8. Mai 2004 – 15. Mai 2004

Jugendensemble I

Yvonne, die Burgunderprinzessin
Eine absurde TragiKomödie von Witold Gombrowicz


Regie: Margit Weihe



Die tragikomische Geschichte, in der der polnische Autor Witold Gombrowicz das Thema der Unantastbarkeit existierender Normen und menschlicher Unzulänglichkeiten aufgreift, erschien 1935 und wurde in Polen überhaupt nicht beachtet. Erst 1957 wurde das Stück zum ersten mal in Krakau gespielt.
 Zwei vorherrschende Neigungen – für Zeremonie und Peinlichkeiten – verband G., in dem er die unerträgliche Absonderheit von Yvonne mit der selbstgefälligen Pracht und Würde eines Königshofes konfrontiert.

Der Thronfolger Prinz Philipp trifft Yvonne bei einem Spaziergang. Ihre Hässlichkeit, Plumpheit, Apathie, ihr Mangel an jeglicher Ausstrahlung widern ihn an und irritieren ihn im höchsten Maße, doch gleichzeitig empfindet er ihr widerliches Anderssein als Herausforderung seines durch höfische Blasiertheit geprägten Wesens. Er beschließt, sie zu heiraten. Seine Eltern stimmen aus Angst vor Skandal und in der Hoffnung, es handle sich um eine momentane Laune des verwöhnten Sohnes, der Verlobung zu. Als Yvonne bei Hofe als Verlobte des Thronfolgers eingeführt wird, fasst man ihr Erscheinen als (im doppelten Sinn) königlichen Scherz auf; doch dann löst dieses Ereignis Verwirrungen aus, die in panikartige Hassausbrüche münden. Durch ihre eigene Abnormität enthüllt Yvonne – einem boshaften Spiegel gleichend – Schwächen, Unzulänglichkeiten und vergessene Sünden anderer, von der Königsfamilie bis zu den Kammerdienern und Hofdamen. Alle sehen in der Beseitigung von Yvonne die einzige Möglichkeit, die innere Ruhe wieder zu finden…

Die 11 jugendlichen Schauspieler zwischen 14 und 17 Jahren waren gleich von dem Stück begeistert, zeigt es doch in absurder und grotesker Weise die Mechanismen gesellschaftlicher Konvention und den Umgang mit dem Fremden und besitzt dadurch – erstaunliche – Aktualität.

Viel Text war zu bewältigen, viele Fragen zu klären, Zweifel waren zu beseitigen und eine Menge Improvisationstalent vor allem im ökonomischen Bereich war zu beweisen. Heraus gekommen sind viele witzige Einfälle, ein steppender und Klavier spielender Kammerherr, teilweise Müllsäcke als Kleider (Kostüme: Ellen Scholz, Sigrid Weihser, Eva Stehling), ein kühl gestyltes Bühnenbild (Jutta Brüning, Rudolf Ludewig), mörderisch beleuchtet von Matthias Riske und alles in Szene gesetzt und geleitet von Margit Weihe.


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