20. November 2005 – 18. Dezember 2005

Kinderensembles I und II

Aschenbrödel

Regie: Margit Weihe, Alexander Krüger



Spott und Demütigung muss Aschenbrödel ertragen und niedrigste Arbeiten muß es verrichten. Die Stiefschwestern und die Stiefmutter muss es von vorne bis hinten bedienen. Zu gerne würde es auf dem Ball des Prinzen tanzen, zu dem die Stiefschwestern und die Stiefmutter eingeladen sind. Die Fee macht’s möglich, dass es – unerkannt – den Ball besucht. Der Prinz und Aschenbrödel verlieben sich. Doch vor Mitternacht muss Aschenbrödel den Ball verlassen, denn nur bis dahin wirkt der Zauber. Beim Davoneilen verliert es seinen Schuh. Im ganzen Land lässt nun der König nach der fremden Schönheit suchen, der dieser Schuh passt. In ihrem Hochmut und ihrer Eitelkeit probieren auch die Stiefschwestern den Schuh, angetrieben von der Karrieresucht ihrer Mutter, unbedingt eine ihrer Töchter mit dem Prinzen zu verheiraten. Doch wer ist die wahre Braut?
 Am Ende siegt die wahre, innere Schönheit über den aufgesetzten Putz der Stiefschwestern. In dieser verspielten komödiantischen Grimm-Adaption haben alle Figuren einen liebenswürdigen Tick.

Wer kennt es nicht – das Märchen vom Aschenbrödel oder Aschenputtel, Aschengrübel (Schweiz), Aschenpüster, Aschenpöling oder Cinderella? Märchenforscher haben weltweit über 300 Varianten des Aschenputtelmotivs zusammengetragen. Es handelt sich dabei um ein sehr altes Motiv, das im neunten Jahrhundert in China zum ersten Mal aufgezeichnet wurde. Schon lange, bevor Charles Perrault (1628-1703) das Märchen in die Form brachte, in der es heute weltbekannt ist, war das “in Asche leben müssen” bereits ein Symbol dafür, dass jemand hinter seinen Geschwistern, gleichgültig welchen Geschlechts, zurückstehen musste. Kein anderes Märchen zeigt so deutlich die inneren Erlebnisse des kleinen Kindes, das schwer unter der Geschwisterrivalität und unter der Erniedrigung durch die Stiefmutter zu leiden hat.
 Das Märchen hilft dem Kind, seine Angst, im Vergleich zu seinen Geschwistern keine Liebe und Achtung der Eltern erringen zu können, zu überwinden.
 Dieses Jahr haben wir eine Märchenadaption von Jewgeni Schwarz ausgesucht. Seinem Aschenbrödel diente die Vorlage des Feenmärchens von Perrault.
 Auch in diesem Märchen kommt die Hilfe von außen, zwar nicht von den Tauben wie im Grimm’schen Märchen, sondern von einer Fee, die zugleich Aschenbrödels Patentante ist.
 Die Fassung von Jewgeni Schwarz (geb. 1896 im russischen Kasan, gestorben 1958 in Leningrad) ist eine sehr verspielte, komödiantische Version. Schwarz gebrauchte für seine abgewandelten Märchenstücke deren Symbole, Motive und Figuren, um die politischen und ideologischen Verhältnisse seiner Zeit anzuprangern. Die Tendenz seiner Stücke ist zutiefst humanistisch und antibürokratisch. Wie sagte er doch so vielsagend über sein Aschenbrödel : “Gutmütig sein genügt nicht, nur gut sein kann etwas bewirken.”


Auf der Bühne

Aschenbrödel     Constanze Wieneke / Emily Dzaebel
König     Eduardo Bracho / René Röhling
1. Torwächter des Märchenreichs     Conrad Darrmann /   Niklas van Bocxlaer
2. Torwächter des Märchenreichs     Stefanie Reimers / Lennart Hillmann
Förster     Tamino zum Felde / Patrick Schunk
Stiefmutter     Constanze Strähnz / Sarah Luz
Anna     Merlene Michaelis / Marlene Schimpf
Marianna     Anna Scheil / Maj-Britt Wesemeyer
Prinz     Sandra Knaak / Lisa Müller
Marquis Pasdetrois     Jana Wolter / Djamila Hulemann
Fee     Marlene Buchner / Lisa Meyer
Page     Laura Fischer / Trixi Stilke
Dienerin / Diener     Lynn Straßenburg / Alexander Zapke
Korporal     Maximilian Zapke /   Johannes Frey


Hinter der Bühne

Kostüme     Ellen Scholz
Bühnenbild     Simone Anton
Technik, Licht     Matthias Riske
Musik     Christiane Frey & Schüler/innen
Maske     Petra Wieneke, Martina Dzaebel
Plakat     Maren Ratzmer
Programmlayout      Thomas Pahl
Fotos     t&w, Thomas Pahl
Regieassistenz     Katy Mikolajczyk, Tina Marzian

Regie     Alexander Krüger und Margit Weihe


Die Aufführungsrechte liegen beim henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag, Berlin.
 Wir danken ganz herzlich der Stiftung der Sparkasse zur Förderung der Kunst.
 Vielen Dank an baumeister programm Innendekoration für die Stoffe.
 Unser Dank gilt auch den zahlreichen Helfern im Hintergrund, die zum Gelingen von “Aschenbrödel” beigetragen haben : Eunice Bracho, Irene Dörries, Martina Dzaebel, Pia Gerdes, Frau Hoyer, Frau Hulemann, Anneke Michaelis, Thomas Pahl, Christiane Frey und ihren Schülern, Petra Wieneke, u.v.a.


Eine Produktion des theater im e.novum e.V.

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