23. September 2006 – 13. Oktober 2006

Jugendensemble I

Auf der Suche nach Odysseus
von Charles Way
aus dem Englischen von Uwe Dethier


Regie: Margit Weihe


Die alte Sage des Homer wird hier durch einen Perspektivenwechsel etwas anders erzählt, nämlich aus der Sicht eines Kindes bzw. Jugendlichen. Im Zentrum des Stückes von Charles Way steht Odysseus’ Sohn Telemach. Der Vater ist vom Krieg mit Troja nicht heimgekehrt. Ihn kennt Telemach nur vom Erzählen.
 Mit dem Holzschwert träumt Telemach auf Ithakas Königshof von Papas Heldentaten. In seinem Kinderzimmer haut er die imaginären Feinde reihenweise aus den Sätteln. Ha! Papa ist der Stärkste, der größte, der klügste, der ruhmreichste aller antiken Supermänner. Mit der als Junge verkleideten, ständig Gurke kauenden Göttin Athene macht er sich auf die abenteuerliche und gefährliche Suche nach seinem Vater Odysseus. Auf einem schlingernden Floß reist er Odysseus Spuren nach. Doch das Bild vom Vater gerät ins Wanken: Überall stolpert er über die Schlechtigkeiten, die sein Vater hinterließ. So betört ihn auch die schillernd schöne Hexe Kalypso, bei der sein Vater lebte, Telemach muss dem Zorn des Meeresgottes Poseidon trotzen, strandet auf der grünen Insel Phäakien und tötet den einäugigen Menschenfresser, den Zyklopen Polyphem.
 Ständig ist er im Wettlauf zwischen Leben und Tod. Dann findet er seinen Vater! Doch wer ist diese müde, ausgebrannte menschliche Hülle?

Auf der Suche nach seinem Vater stellen sich Telemach viele Fragen: “Wer ist mein Vater wirklich? Welches Bild habe ich von ihm? Stimmt das Bild, das mir vermittelt wird, mit der Realität überein?” – Das Stück hat dadurch brandaktuellen Bezug. Kinder haben ein Recht auf diese Fragen, “und sie müssen zu ihrer eigenen Entwicklung den Dialog mit der abwesenden Generation finden. Ways Stück ermuntert die jungen Theaterbesucher, sich auf diese Suche zu begeben. Telemachs Erkenntnis ist ernüchternd, denn sein Vater kommt nicht als strahlender Held zurück … Fast wie im richtigen Leben?” (H. Fangauf)
 Wir erfahren “Telemachs Entwicklung vom kindlichen Vaterbewunderer über Enttäuschung bei der Reise auf Odysseus’ Spuren bis hin zur erwachenden Charakterfestigkeit.” Allgemeiner ausgedrückt: Das Bröckeln von Vorbildern fördert das Erwachsenwerden …

“Ich hab an ihn geglaubt. Ich hab ihn in Gedanken geliebt.
Alle, die ihn liebten, behandelte er wie Dreck.
Ich will meinen Vater nicht mehr finden.”



Auf der Bühne

Telemach     Christopher Krause
Athene     Julia Thorne
Odysseus / Zyklop     Peter Posniak
Penelope     Alexandra Wieneke
Eurymach / König Alkinoos     Lukas Simon
Eurykleia / Königin Arete     Christine Thorne
Bote / Laodomus     Timo Firtina
Kalypso     Sinja Krüger
Nausikaa     Anna-Sophie Butschke
Achill     Noah Turner


Hinter der Bühne

Musik     Karl F. Parnow-Kloth
Bühne     Simone Anton, Matthias Riske
Licht     Matthias Riske
Kostümberatung     Ellen Scholz
Ausstattung     Ellen Scholz, Petra Wieneke
Maske     Petra Wieneke
Plakat     Christel Lohmann
Programmlayout     Thomas Pahl
Fotos     t&w

Regie und Gesamtleitung    Margit Weihe


Wir danken ganz herzlich der Stiftung Jugend und Sport der Sparkasse für ihre Unterstützung.

Wir danken außerdem:
Jürgen Baumgarten, Renate Darrmann, Thomas Pahl, Ellen Scholz, Petra Wieneke, Firma Zehrfeld u.a.
Ein großer Dank gebührt aber vor allem den zehn Jungendlichen für ihr unglaubliches Engagement.


Eine Produktion des theater im e.novum e.V.

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