Nachts der Himmel violett und trunken Baal
nach Bertolt Brecht
bearbeitet für das theater im e.novum von Margit Weihe


Regie: Margit Weihe


Baal – ein Genie. Poet. Musiker. Künstler. Wild. Gierig. Ruhelos. Bedingungslos. Rücksichtslos. Rebellischer, großmäuliger Baal.
Baal – unersättlich bei Frauen und Alkohol. Seiner Gier und seinem Lebenshunger fallen gleichermaßen Mäzene, Bewunderer, Frauen und Freunde zum Opfer. Will sich auf keinen Fall von der bürgerlichen Gesellschaft vereinnehmen lassen.
Baal – ein junger Querschießer, ein Betrüger, ein Herumtreiber, ein roher Typ mit feiner Seele, rücksichtslos gegen sich selbst wie gegen ale anderen, auf der Pirsch nach unbekannter Empfindung, ein Leben auf dem Grat, Sehnsucht nach dem eigenen Verbrennen, und das stets in vollem Einsatz.
Baal – eine ungeheure Energie, die in eine sehr poetische Sprache gegossen ist.

“Und der Himmel blieb in Lust und Kummer da
Auch wenn Baal schlief, selig war und ihn nicht sah:
Nachts er violett und trunken Baal
Baal früh fromm, er aprikosenfahl.”


Das Projekt des Jugendensembles I “Nachts der Himmel violett und trunken Baal“ ist eine Art Bilderfolge von Sehnsucht nach Naturerleben, von Trampen, Freiheit, Poesie, Skandal, Besoffensein, Mädchen, Ruhm, Freundschaft …
 Unser Baal ist ein Kind dieser Zeit, ein junger Abenteurer, ein selbstverliebter Typ, und da er sich für ein Genie hält, rücksichtslos und arrogant – stets auf der Jagd nach unbekannten Empfindungen und das mit 100 %igem Einsatz.
 Er ist jung – und risikobereit. Das fasziniert. Klar. Alle, die ihm begegnen, spüren das: Irgendetwas Verborgenes in ihren Persönlichkeiten kommt durch den Kontakt mit Baal zum Vorschein, und dann sind sie mittendrin in seinem Sog.
 Baal schafft seinen Mythos wie einst Jim Morrison, Sänger der legendären Rockband „The Doors“: „Ich mag die Ideen, die von der Zerstörung der herrschenden Gesetze berichten. Ich bin an allem interessiert, was sich um Aufruhr, Unruhe, Chaos und spezielle, scheinbar unsinnige Aktivitäten dreht. Für mich scheint das ein Weg zur Freiheit zu sein; eine äußere Revolte ist ein Weg zu innerem Frieden.“
 Solch eine Gratwanderung zwischen Wahn, Wahnsinn und Genie wird zwangsläufig wie bei all den großen Dichtern vor ihm (Francois Villon, Paul Verlaine, Arthur Rimbaud, Jim Morrison) erbärmlich enden müssen …
 Das aber ist impliziert im Risiko von Baals Lebensweg.

„Nachts der Himmel violett und trunken Baal“ ist sicher nicht gedacht als Nachahmungsmodell, sondern möglicherweise als Reflektion für den Zuschauer, wie er selbst zum Leben steht. Baals Lebensentwurf ist auch nicht als Moralisieren zu verstehen, sondern könnte als eine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Empfinden im eigenen einzelnen Leben zu sehen sein.

Als im weißen Mutterschoße aufwuchs Baal
War der Himmel schon so groß und still und fahl
Jung und nackt und ungeheuer wundersam
Wie ihn Baal dann liebte, als Baal kam.



Auf der Bühne

Baal     Lukas Simon
Johannes     Simon Deggim
Mäch, Verleger     Peter Northoff
Emilie     Lara Hansen
Luise     Ann-Sophie Butschke
Watzmann     Timo Firtina
Eckart     Ivo Straßenburg
Johanna     Tini Thorne
Sophie     Svenja Szalla
Mädchen    Katrin Kusche


Hinter der Bühne

Bühne     Simone Anton
Licht     Matthias Riske
Doors – Remix     Interelektrika
Musikalische Beratung     Daniel Orthey
Kostüme     Ellen Scholz
Fotos v. Johanna     Timo Firtina, Simon Deggim
Filmschnitt und –bearbeitung     Achim Dehmel / OS Mediaservice
Fotos     t&w
Plakat     Christel Lottmann
Präsentation     Alexander Krüger
Regieassistenz     Alexander Krüger

Regie und Gesamtleitung    Margit Weihe


Gefördert durch die
Stiftung der Sparkasse
zur Förderung der Kunst.
Vielen Dank!

An dieser Produktion in irgendeiner hilfreichen Form waren noch beteiligt: Peter Posniak, Julia Thorne, Paula Scholz, Thomas Hartmann, Sylvia Lawaty, Sinja Krüger. Euch und allen oben genannten

Danke Danke Danke!



Eine Produktion des theater im e.novum e.V.

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